Ich begrüße Sie in meiner Internetgalerie und möchte einige Anmerkungen vorausschicken. Ich wurde in Berlin geboren, bin in Brasilien aufgewachsen und habe Soziologie, Psychologie sowie Romanistik studiert, mit einer Dissertation über den religiösen Wandel promoviert und mit einer Abhandlung über die Theorie der abhängigen Entwicklung habilitiert. Ursprünglich wollte ich eine Universitätslaufbahn einschlagen, aber letztlich bin ich ganz woanders gelandet, nämlich in der wissenschaftlichen Politikberatung für das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt und den Deutschen Bundestag. Ich war zuständig für globale Fragen, darunter die internationale Entwicklungs- und Umweltpolitik, den demographischen Wandel und die Migrationsproblematik.

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Nebenher habe ich immer viel gezeichnet und gemalt. Zweimal habe ich meine berufliche Laufbahn unterbrochen, um als freier Künstler zu leben. Das erste Mal – in Genua – bin ich fast verhungert. Außer einigen Karikaturen und Illustrationen habe ich nichts verkauft. Einige Jahre später habe ich es noch einmal versucht, und zwar in Hamburg. Das ging so leidlich. Ich habe mich damals auf Kinderportraits spezialisiert – notgedrungen, denn es ist mir nicht gelungen, andere Bilder zu verkaufen. Nach zwei Jahren war mir das zu langweilig, und dann bin ich - mit etwas Glück – wieder in meine akademische Laufbahn eingestiegen.

Ich habe über 40 fachliche und belletristische Bücher publiziert und häufig Bilder ausgestellt, z. B. in Genua, Hamburg, München, Budweis, Passau und Umgebung. In der Internet-Galerie www.cyberday.de bin ich mit zwei Ausstellungen vertreten. Im Kunstverlag Renate Biller (München) sowie in PGM Art World wurden bzw. werden Faksimile-Drucke meiner Bilder angeboten. Darüber hinaus habe ich mehrere Buchumschläge, Buchillustrationen und Plakate entworfen. Seit 2001 lebe ich in Niederbayern. Davor war ich zehn Jahre in Hamburg und zwanzig Jahre in Oberbayern. 2003 habe ich meine wissenschaftliche Laufbahn beendet und arbeite seither als freiberuflicher Maler und Autor belletristischer Literatur.

Da meine Bilder ziemlich realistisch wirken, möchte ich etwas zum Verhältnis zwischen der Fotografie und der gegenständlichen Malerei anmerken. Ich halte nichts davon, Fotos möglichst genau abzumalen. Der sogenannte Fotorealismus ist m. E. ein Irrweg, denn ein fotorealistisches Bild hat keinen erkennbaren Vorteil gegenüber der Fotografie, im Gegenteil: Es sieht aus wie ein schlechtes Plagiat und vermittelt den Eindruck, dass der betreffende Maler kein kreativer Künstler, sondern ein pedantischer Handwerker ist. Die Fotografie kann für die gegenständliche Malerei trotzdem sehr nützlich sein. Als ich früher Kinderportraits malte, hatte ich das Problem, dass Kinder nicht lange still sitzen, und wenn sie das tun, dann sehen sie steif und angestrengt aus. Deswegen habe ich mir immer einige Urlaubsfotos angesehen, auf denen ich das betreffende Kind frei und ausdrucksstark erleben konnte. Ein anderes Problem ist z. B. die Darstellung schneller Bewegungen, etwa ein galoppierendes Pferd. Es ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, wie die Beine in jedem Moment zueinanderstehen, und da ist es schon sehr hilfreich, wenn man sich diesbezüglich mit einigen guten Fotos vergewissern kann. Manchmal ist es auch so, dass der betreffende Künstler das 'echte' Motiv gar nicht selber sehen kann, wie z. B. einen Schiffsuntergang, einen Vulkanausbruch oder historische Familienszenen. In solchen Fällen lasse ich mich gerne von fotografischen Vorlagen anregen.

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Aber wie gesagt: Abmalen bringt nichts. Die Fotografie ist etwas ganz Anderes als die gegenständliche Malerei. Für die Malerei kann die Fotografie nur ein Hilfsmittel sein – mehr nicht. Letztlich geht es in diesem Falle also darum, ein bestimmtes Sujet von einem Medium in ein anderes Medium zu übertragen - etwa so, wie wenn ein Gedicht vertont oder ein Roman verfilmt wird. Etwas Ähnliches erleben wir beim Kochen, denn auch hier werden bestimmte Grundstoffe zu einer neuen Komposition transformiert.

Der Höhepunkt der realistischen Malerei im 19. Jahrhundert fiel ironischerweise und ganz zufällig mit der Erfindung der Fotografie zusammen. Die realistische Malerei war damit plötzlich am Ende, weil die Fotografie weitaus genauer und realistischer war. Die Impressionisten haben erkannt, dass es trotzdem noch Sinn machte, gegenständlich zu malen. Allerdings musste man nicht mehr ganz so realistisch sein, und dabei fiel als positiver Nebeneffekt auf, dass diese neue Art der Malerei eine besondere ästhetische und emotionale Qualität hatte, und zwar eine viel stärkere als die realistische Malerei und auch eine viel stärkere als die Fotografie. Es sind Fotos erhalten geblieben, die einige Impressionisten als Vorlage für ihre Bilder benutzt haben. Das bekannteste Beispiel ist Paul Gaugin, der mehrfach fotografische Postkarten benutzt hat. Wenn man diese Fotos und die entsprechenden Gemälde nebeneinander betrachtet, dann erkennt man sofort die geniale Transformation dieser fotografischen Motive in ein anderes Medium. Außer dem Motiv haben diese Bilder nichts mit den jeweiligen Fotos gemein, und ihre Wirkung auf den Betrachter ist völlig anders.

Wir sehen nur Oberflächen, das heißt, wir sehen Formen und Farben, aber wir sehen nicht Temperatur, Gewicht, Materialeigenschaften, Magnetismus, Elektrizität, Funktion, Preis usw. All dies gehört jedoch zu dem betreffenden Sujet dazu. Und dazu gehört auch eine bestimmte ästhetische und emotionale Qualität, die ich wie eine Aura empfinde. Diese kann man ebenfalls nicht sehen, aber man kann sie gefühlmäßig erleben. Sie ist es, die mich in erster Linie interessiert. Meine Motive finde ich in der belebten und in der unbelebten Natur. Sie sind nicht spektakulär. Ich beschäftige mich sozusagen mit den kleinen Wundern des Alltäglichen. Um mich vom klassischen Realismus abzugrenzen, nenne ich meinen Stil "Neuen Realismus", denn mir geht es nicht um eine möglichst detailgenaue Darstellung, sondern um die besagte ästhetische und emotionale Aura. Meine Bilder wirken auf die Entfernung sehr realistisch, aber sie sind fast impressionistisch, wenn man sie aus der Nähe betrachtet, denn ich bevorzuge einen ziemlich groben Pinselstrich und setze die Farben fleckenweise zusammen. Das Bild bekommt dadurch Leben und Spannung.

Als gegenständlicher Maler hat man natürlich das Problem, dass die besagte Aura unsichtbar ist. Man kann sie also nicht abbilden, aber man kann sie trotzdem einfangen und sogar verstärken. Dies lässt sich jedoch nicht erzwingen, sondern ergibt sich während des Malens aus vielen scheinbaren Zufällen, die in ihrem Zusammenwirken manchmal wie sinnvolle Fügungen erscheinen. Dann ist jene Aura plötzlich auf dem Bild, und man weiß hinterher gar nicht, wie man das gemacht hat. Man kann diesen Prozess auch nicht beliebig wiederholen. Ich erlebe das wie ein unerwartetes Geschenk. Andere Bilder mögen technisch noch so gut sein, trotzdem geben sie jene Aura nicht wieder und bleiben entsprechend flach. Man kann sich anstrengen, wie man will, und kann jene Aura trotzdem nicht einfangen. Wenn man sich als gegenständlicher Maler damit begnügen würde, die Elemente der Wirklichkeit einfach abzubilden, dann sollte man sich diese Mühe besser ersparen, denn das kann die Fotografie viel besser. In der guten gegenständlichen Malerei geht es also um etwas anderes: Sie sensibilisiert unsere Wahrnehmung, unser Weltbild und uns selber durch ein zartes Gefühl, einen Zauber, einen spirituellen Hauch, einen inneren Klang, einen symbolischen Gehalt oder irgendetwas anderes, das über die bloße Abbildung hinausgeht.

Als Paul Cézanne einmal gefragt wurde, warum er immer wieder dieselben kargen französischen Landschaften malt, hat er geantwortet: Ich male keine Landschaften, sondern Stimmungen. Das ist ganz in meinem Sinne, denn auch meine Bilder haben in erster Linie eine immaterielle Aussage und benötigen dafür einen materiellen Träger, nämlich das jeweils gewählte konkrete Sujet. Wenn ich also z. B. einen Käfer male, dann will ich nicht ein biologisches Lehrbuch illustrieren, sondern ich wähle dieses Motiv als Träger für eine bestimmte ästhetische und emotionale Anmutung. Der Betrachter kann dies in der Regel ganz gut nachvollziehen, weil er selber an der Entstehung des Bildes beteiligt ist. Er ist es ja, der die impressionistische Darstellung zu einem realistischen Gesamteindruck zusammenfügt und auf diese Weise das feinstoffliche Gefühl und die feste Form miteinander verbindet.

Die folgende Galerie zeigt eine Auswahl meiner Bilder. Diese sind thematisch, aber nicht chronologisch geordnet. Sie können durch Anklicken vergrößert werden. Die Maltechnik und die Formate werden nicht bei jedem Bild angegeben. Es handelt sich überwiegend um Gemälde in Öl oder Kunstharz auf Leinwand im Format 80/100 bis 100/120 cm  sowie Zeichnungen (Bleistift, Tinte, Tuschfeder) und Monotypien im Format Din-A3 bis Din-A2.

Manfred von Glehn
Anschrift: Dorfplatz 19, 94146 Hinterschmiding
E-mail: manfred.von.glehn@t-online.de
Homepage: www. manfred-von-glehn.de
Galerie ARS NOVA : www.manfred-von-glehn-galerie.eu